Das Bild zeigt eine junge Frau

Homestory Deutschland – Schwarze Biografien in Geschichte und Gegenwart

„Homestory Deutschland“ ist ein kollektives Selbstporträt. Es greift afrikanische, afrikanisch-amerikanische und Schwarze deutsche Erinnerungstraditionen auf, in denen der mündlichen und schriftlichen Weitergabe von gelebter Erfahrung eine maßgebliche Rolle zukommt. Schwarze Perspektiven und Reflexionen, Beiträge und Verdienste erfahren dabei als Quelle eines vielstimmigen und gemeinschaftlichen Wissens eine besondere Würdigung. Mit der Zusammenschau von siebenundzwanzig visuell aufbereiteten Biografien Schwarzer Männer und Frauen aus drei Jahrhunderten lässt sich einerseits exemplarisch erhellen, in welcher Weise sich gesellschaftliche und damit Rahmenbedingungen in einzelne Lebensgeschichten einschreiben und diese formen und prägen.

„Homestory Deutschland“ wurde konzipiert von der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland – ISD-Bund e.V.

Millis Erwachen / Milli’s Awakening – Videoinstallation von von Natasha A. Kelly

In Anlehnung an die Tradition des Quiltens bringt Natasha A. Kelly in ihrem Film „Millis Erwachen / Milli’s Awakening“ (2018) die Stimmen von acht Schwarzen deutschen Frauen verschiedener Generationen zusammen. Sie alle haben durch ihre künstlerische Praxis einen Weg gefunden, eine selbstbestimmte Position innerhalb der weißen deutschen Mehrheitsgesellschaft für sich zu definieren. Daraus entstand ein filmischer Quilt, der die Vielfältigkeit und Verwobenheit ihrer Geschichte(n) reflektiert.

Millis Erwachen, 2018, Video, S/W, Ton, 45′

In Kooperation mit Anh Trieu, Henning Fehr und and Philipp Rühr

Mit Diana, Maciré, Maseho, Nadu, Naomi, Patricia, Sandrine, Zari

Courtesy Natasha A. Kelly

Im Auftrag und koproduziert von Berlin Biennale for Contemporary Art

Mit Unterstützung der Rudolf Augstein Stiftung

Veranstaltungen zur Ausstellung

Sonntag, 9. Februar 2020, 15 bis 17 Uhr

Podiumsgespräch: Schwarz & Aufgewachsen in Hamburg

Was verbindet und was unterscheidet verschiedene Generationen Schwarzer Menschen in Hamburg? Welche Erfahrungen machte man als Schwarze Person im Hamburg der 60er, 80er oder 2000er Jahre bis heute? Was bedeutet es als Schwarze Person, damals und heute, in der Hansestadt aufzuwachsen und zu leben? Diesen Fragestellungen widmet sich das Podiumsgespräch, bei dem drei Schwarze Hamburgerinnen und Hamburger verschiedener Generationen ihre Geschichten erzählen.

Samstag. 15. Februar 2020, 15 bis 17 Uhr

Vortrag von Tsepo Andreas Bollwinkel: Schwarze Geschichte in Deutschland

Tsepo Andreas Bollwinkel ist Schwarzer Südafrikaner im deutschen Exil. Er arbeitet zu den Themen Schwarze Identität, Anti-Rassismus, Intersektionalität und SOGI (Sexual Orientation and Gender Identity) Politiken in der internationalen Zusammenarbeit sowie als Beirat in der Initiative Schwarzer Menschen in Deutschland. In seinem Vortrag wird Bollwinkel wichtige Personen, Bewegungen und Errungenschaften thematisieren, welche bedeutend für die Schwarze Geschichte in Deutschland waren und sind.

Samstag. 22. Februar 2020, 15 bis 17 Uhr

Lesung mit der Autorin und Aktivistin SchwarzRund aus ihrem Roman „Biskaya“

Die Autorin, Künstlerin und Aktivistin SchwarzRund liest aus ihrem queeren, afropolitanen Roman „Biskaya“. In ihrem Roman vermittelt sie ein Gefühl, wie es ist, Schwarz zu sein in einem Land von Weißen, ohne dieses Schwarzsein mit einer afrikanischen Region verbinden zu können.

Samstag, 29. Februar 2020, 15 bis 17 Uhr

Filmvorführung und Gespräch mit der Filmemacherin Tatiana Calasans

„Wer wir sein wollten“ ist ein Dokumentarfilm von Tatiana Calasans über Rollenbilder von Schwarzen Jugendlichen in den 1990er Jahren. Vier Protagonisten aus Hamburg erzählen von ihren Identifikationsfiguren und Erfahrungen als Schwarze Jugendliche in Deutschland und stellen es im Bezug zur heutigen Zeit. Wer wollte man sein? Wie wurde man gesehen? Was wurde erwartet und welche Auswirkungen hatten diese Erwartungshaltungen? Tatiana Calasans, geboren 1979 in Salvador/Bahia, kam im Alter von 7 Jahren nach Hamburg, wo sie ihr Diplom in Bereich Modedesign an der Hochschule für angewandte Wissenschaft und ihren Bachelor im Bereich Film an der Hochschule für bildende Künste absolvierte. Tatiana Calasans lebt und arbeitet als Künstlerin, Drehbuchautorin und Filmemacherin in Hamburg.

Black History Month

Jedes Jahr im Februar wird in zahlreichen Ländern der Black History Month (BHM) gefeiert. Diese Tradition geht auf das Jahr 1926 zurück, als der Historiker Carter G. Woodson eine Veranstaltungsreihe initiierte, um die breite Öffentlichkeit in den USA über Schwarze Geschichte und die kulturellen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Leistungen der afro-amerikanischen Bevölkerung aufmerksam zu machen. Seit dem ersten Hamburger BHM 1996, der anfangs in kleinerem Rahmen von der US-amerikanischen Sängerin Cynthia Utterbach initiiert wurden war, die Popularität und das Programm stetig gewachsen. Mit einem reichhaltigen Programm aus künstlerischen Darbietungen diverser musikalischer Stilrichtungen, Tanzvorführungen, Vorträgen, Diskussionen, Ausstellungen, Filmbeiträgen, Poetry, Lesungen, Workshops, Talkshows, kulinarische Spezialitäten, Kunsthandwerk und einem speziellen Jugendprogramm erreichte der BHM in Hamburg ein stetig wachsendes Publikum. Die Veranstaltungen des BHM stehen allen interessierten Menschen offen und fördern ein besseres Verständnis untereinander. Für Kinder und Jugendliche bietet sich eine gute Möglichkeit der positiven Identifikation mit der Schwarzen Gemeinschaft Hamburgs.

Text und Foto wurden uns vom Altonaer Museum zur Verfügung gestellt.