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Bramfeld

Bahnloses Dasein

Das, was Hamburger als Erstes mit dem Stadtteil Bramfeld assoziieren, ist der Bramfelder See. Tatsächlich jedoch gehört der zum Stadtteil Steilshoop.

Stadtteil: Bramfeld
Bezirk: Wandsbek
Postleitzahlen: 22047, 22159, 22175, 22177, 22179, 22309, 22391, 22393
Fläche: circa 10,1 km²
Einwohner: circa 52.800
Einwohner km²: circa 5.200

US-Bahnen: Wandsbek Markt (U1)
Sightseeing:
Kultur: Kulturzentrum Brakula
WC (barrierefrei): 0

 

bramfeld karteDas, was Hamburger als Erstes mit dem Stadtteil Bramfeld assoziieren, ist der Bramfelder See. Tatsächlich jedoch gehört der Bramfelder See gar nicht zum Stadtteil Bramfeld, sondern zum Stadtteil Steilshoop. Das Zweite, was Hamburger mit Bramfeld assoziieren, ist ein großer Makel, an den man sich allerdings gewöhnt hat: der fehlende Bahn-Anschluss. Eine Bahn-Haltestelle namens Bramfeld fehlt auf dem Netzplan des HVV. Doch warum eigentlich? Nutzen wir diese Frage, um ein wenig über die Geschichte von Bramfeld zu erfahren.

Hin- und hergerissen

Einst gehörte Bramfeld zum preußischen Schleswig-Holstein. Doch nachdem Hamburg immer näher an die Grenzen zu Bramfeld herangewachsen war, gab es Bestrebungen von den Bramfeldern, sich von Hamburg eingemeinden zu lassen. Die Preußen ließen dies jedoch nicht zu. Und so wurde Bramfeld zu einem Opfer der unterschiedlichen politischen Interessen und Verwaltungsansprüche, dessen Folge war, dass Bramfeld von Hamburg nicht oder nur teilweise bei den Planungen zum Bau von Kanalisationen, Trinkwasserleitungen und eben der Nahverkehrsanbindungen berücksichtigt wurde.

1937 dann konnte sich Hamburg gegen die preußische Vormachtstellung im Unterelberaum behaupten. Bramfeld wurde eingemeindet und endlich in die zentrale Stadtplanung von Hamburg mit einbezogen. Dies hatte für Bramfeld nicht nur Vorteile, sondern auch gewaltige Nachteile. Kulturelle Einrichtungen wie etwa Kinos, Gastwirtschaften, Tanzsäle und Bühnen erlebten einen Niedergang zugunsten der Einrichtungen im Hamburger Zentrum. Gärtnereien machten Wohnsiedlungen Platz, Strohdachhäuser wurden abgerissen, um Platz für größere Neubauten zu schaffen. Bramfeld verlor dadurch seine Identität und war nicht länger sein eigenes Zentrum.

Es verkam zu einer eher unattraktiven Zwischenstadt. Doch seit einigen Jahren wird darüber nachgedacht, wie man Bramfeld wieder attraktiver machen könnte. Dazu zählen Überlegungen des Hamburger Senats, ein Milliardenprojekt für eine Bahnverbindung dorthin zu starten.

Barrierefreie Infrastruktur

Derzeitige vage Planungen gehen von einem Baubeginn ab 2022 aus. Es könnte also durchaus sein, dass von Bramfeld aus „bald“ eine Bahn-Verbindung in die Innenstadt führt. Sollte dieses Projekt umgesetzt werden, wäre die Barrierefreiheit Bramfelds nahezu perfekt abgerundet. Denn schon jetzt muss man diesem Stadtteil zugutehalten, über eine hervorragend behindertengerechte Infrastruktur zu verfügen. Geschäfte an der Bramfelder Chaussee sind eben oder besitzen Rampen, die Gehwege sind überdurchschnittlich breit, Ampeln piepen und ticken und die Bordsteine sind überall, wo es sinnvoll ist, abgesenkt.

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