Das Bild zeigt einen Blick in das Lokal

Zwei Münchner in Hamburg

Das Bild zeigt einen Blick in den GastraumUnd das sind das „Hofbräu München Wirtshaus Esplanade“ und das „Hofbräu München Wirtshaus Speersort“. Sie wirken wie ein riesiger bayerischer Biergarten und dennoch – oder gerade deshalb – saugmiatlich und laden ein zum hocka bleim und hemmungslos genießen. Auf der Speisekarte stehen echte bayerische Schmankerln, dazu wird frisch Gezapftes aus der wohl bekanntesten Brauerei der Welt – Hofbräu München – serviert. Ein Stück „Wies´n“-Atmosphäre mitten in Hamburg. Die Servicekräfte sind entsprechend traditionell im Dirndl oder Lederhose gewandet. Obgleich, so traditionell auch wieder nicht, denn auch einige Kellnerinnen tragen Lederhose. Eine schöne Mischung aus Tradition und Moderne.

400 Jahre Tradition

Das Bild zeigt einen Krug mit BierDie 400jährige Geschichte ist auf der Webseite des Hofbräu München nachzulesen:

„… zu keinem Bier andere Stück, denn allein Gerste, Hopfen und Wasser genommen soll werden“, so beschlossen und verkündet im April 1516 von Wilhelm IV., Herzog von Bayern. Damit wurde das berühmte „deutsche Reinheitsgebot“ besiegelt, das noch heute Grundlage der traditionellen Braukunst ist. Blöd nur, dass damals das Lieblingsbier des bayerischen Hofes aus Einbeck kam, Niedersachsen, gebraut von den verhassten Preißn. Das waren – waren? – so ziemlich alle außerhalb der Grenzen Bayerns. Was also tun? Genau: Eine eigene Brauerei – ein „aigen Preuhaus“ – zu gründen, das Hofbräuhaus München, das seit 1607 seinen Sitz im Herzen Münchens hat. Ab 1610 konnten Gastwirte die Lizenz erwerben, den hoheitlichen Gerstensaft in ihren Lokalen auszuschenken. Das reichte Maximilian I., Enkel des Urhebers des Reinheitsgebots, aber nicht, er wollte mehr – mehr Geschmack und mehr Bumms. Da mussten doch wieder die Preißn ran, bzw. einer: Kurzerhand wurde der Braumeister Elias Pichler aus Einbeck abgeworben, der das Maibock erfand.

Unterdessen ging der bayerische Gerstensaft auf Wanderschaft, zog nicht nur durch die deutschen Lande, sondern um die Welt. Egal, ob in Bad Salzuflen oder Pittsburgh, Gronau oder St. Petersburg, ein echter Bayer muss auf den Genuss seines geliebten Hofbräus nicht verzichten. In Hamburg gibt es gleich zwei Hofbräuhäuser: Eines an der Esplanade und eines am Speersort.

Mia san mia

Das Bild zeigt eine Holzscheibe belegt mit KäseDort wird gar nicht erst versucht, sich den Preißn kulinarisch anzubiedern, oder eine Synthese aus bayerischer und norddeutscher Lebensart zu kreieren:  Nicht nur ins Glas, sondern auch auf den Teller kommt Bayern pur. Der Freistaat präsentiert sich von seiner leckersten Seite, neben zünftigen Pfannengerichten, Wurscht- oder Kas`platte werden Brezn serviert und natürlich die legendäre Weißwuascht. Die wird in der konzerneigenen Fleischerei produziert und muss gezuzelt werden und das ist eine Wissenschaft für sich, die der Stern ausführlich beschrieb:

<< Die Urform des Weißwurst-Essens ist nur etwas für Geübte: Legen Sie die Wurst zwischen Daumen und Zeigefinger und greifen Sie diese am unteren Drittel. Führen Sie die Wurst zum Mund, beißen Sie die Haut auf – und nun saugen Sie kräftig. Bis sich das begehrte Wurstfleisch in ihren Mund presst. Wenn Sie die Hälfte erreicht haben, können Sie die Weißwurst einmal umdrehen. So ist es einfacher.>>

In der Woche wird die Standardkarte durch wechselnde Mittagsgerichte ergänzt. Aufgrund der Corona-Pandemie und den damit verbundenen Restaurant-Schließungen wurde das Angebot um „Bayern zum mitnehmen“ erweitert. Wer mag, kann sich Bayern pur auch ins hanseatische Heim liefern lassen.

Barrierefreiheit:

Das Bild zeigt das Behinderten-WCDas Hofbräuhaus in der Esplanade ist stufenlos erreichbar.

Toiletten:

Die Toiletten sind ebenerdig und stufenlos, ein Behinderten-WC ist vorhanden.

Text: Birgit Gärtner, Fotos: , Henning Angerer, Höfbräu München, Birgit Gärtner