Das Bild zeigt die Terrasse mit den Sonnenschirmen und dem Blick auf die Mühle

Geschichte trifft Genuss

Das bild zeigt den schön gestalteten großen SaalDer historischen Lauenburger Mühle ist ein Hotel mit Restaurant angeschlossen. In gemütlicher Atmosphäre werden dort ebenso traditionelle Gerichte mit Fleisch und Fisch wie auch moderne vegetarisch-vegane Varianten serviert. Dazu gibt es ein kühles Blondes, das wird indes nicht in der Region, sondern im ostwestfälischen Lübbecke gebraut und hebt sich somit vom üblichen Getränkeangebot ab.

1871 bis 73 wurde die alte Mühle erbaut, 1985 liebevoll restauriert. Der Besitzer und ehemalige Müller wandelte sie in ein Museum um. Heute ist die restaurierte Mühle das höchste Wahrzeichen Lauenburgs und ganztägig geöffnet. Da der Müller nicht selbst ständig anwesend ist, hat er ein Band besprochen, das die Besucherinnen und Besucher durch die Räumlichkeit leitet – im gemächlichen Tempo, der Schwere des Aufstiegs angemessen.

Neben der Mühle eröffnete der Besitzer ein Hotel mit 34 Doppelzimmern sowie ein Restaurant. Egal, ob alleine, zu zweit oder als große Gruppe oder gar Hochzeitsgesellschaft, in der „Lauenburger Mühle“ ist für alle Platz. Bei der Gestaltung der Räumlichkeiten bewies der Besitzer Humor: Der kleinere Tagungsraum wurde „Max“ und der größere „Moritz“ genannt, die Wände des großen Saals sind liebevoll mit Bildern eines Künstlers aus dem Ort gestaltet: Mit Bildnissen des Müllers, der Mühle und Auszügen aus der Geschichte „Max und Moritz“.

Tradition auf der Höhe der Zeit

Auf dem Bild ist eine Pfanne mit Fleisch und Kroketten zu sehenAuf der Speisekarte des Restaurants stehen traditionelle regionale Gerichte wie Rinderkraftbrühe, Rustikales vom heißen Stein, Lauenburger Fischplatte, Mühlenspieß oder Mühlenpfanne, Lammbraten und Schnitzelgerichte, die auch in vegetarischen Variante mit Sellerie bestellt werden können. Wer es mediterran mag, kommt mit Garnelen in Knoblauchbutter auf seine Kosten, und wer es lieber exotisch mag, für den hält die Küche Chia-Kokos-Pudding bereit. Das Brot wird im eigenen Holzbackofen gebacken. Auch an die lieben Kleinen wird gedacht: Sie können zwischen Nudeln in Tomatensoße, panierten Fisch mit Kartoffelstampf, panierter Hähnchenbrust mit Pommes Frites, oder einfach nur frittierte Kartoffelstäbchen mit Ketchup oder Mayo wählen. Ein Eisbecher oder die für Norddeutschland typische Rote Grütze runden das Menü ab.

Braukunst aus Ostwestfalen

Das Bild zeigt ein Glas Bier auf dem TischDazu gibt es frisch gezapftes „Barre Bräu“, das seit 1842 in der Privatbrauerei Barre nach dem „Deutschen Reinheitsgebot“ mit reinem Quellwasser gebraut wird. Einmal im Jahr beim „Bierbrunnenfest“ fließen mit direkter Leitung aus der Brauerei tausende Liter Bier direkt in den Brunnen in der Stadt und können kostenlos  abgeschöpft werden. Diese Tradition existiert seit 1954 und wurde 2020 durch Corona unterbrochen. Eine andere gute alte Tradition, die Fässer mit den „Brauereipferden“ und Pferdekutsche auszuliefern, wird seit Gründung bis heute aufrecht erhalten – wenn auch nur noch freitags in der unmittelbaren Umgebung des Brauhauses.

Doch wie kommt das ostwestfälische Gebräu nun in das holsteinische Gasthaus? Die Antwort auf diese Frage ist ganz einfach: Beide, Müller und Bierbrauer, sind im „Deutschen Raiffeisen-Verband“ organisiert, lernten sich darüber persönlich kennen, freundeten sich an und so wurde die direkte Leitung von Lübbecke nach Lauenburg gelegt, bzw. Transport angeschoben und somit der Ausschank ermöglicht – und die regionale ostwestfälische Spezialität zum Alleinstellungsmerkmal des holsteinischen Restaurants. Im Sommer lassen sich dort die Leckereien – und natürlich das frisch Gezapfte – unter den großen Barre-Schirmen auf der Terrasse mit Blick auf die Mühle genießen.

Barrierefreiheit:

Das Bild zeigt einen Auszug von Max und Moritz an der WandHotel und Restaurant sind komplett barrierefrei, die Tische sind unterfahrbar, die untere und obere Etage sind mit dem Fahrstuhl erreichbar. Das Hotel bietet ein behindertengerechtes Zimmer.

Die Mühle ist aufgrund der baulichen Gegebenheiten nicht barrierefrei, in die jeweils nächste Etage führt eine Treppe, die immer steiler und enger wird.

Direkt vor dem Haus befinden sich Parkplätze. Das Haus ist sehr gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar, der Weg von der Bushaltestelle zum Hotel jedoch sehr steil.

Toiletten:

Die Toiletten inklusive Behinderten-WC befinden sich in Untergeschoss, das per Lift erreichbar ist.

Text und Fotos: Birgit Gärtner