Das Bild zeigt einen Aufkleber mit der Aufschrift Bleiben Sie mit uns mobil - Mobilitätsberatung für Senioren

Alle einsteigen bitte!

Inklusion ist mittlerweile ein gesellschaftliches Thema und auch beim Hamburger Verkehrsverbund (HVV) angekommen. Alle Busse sind inzwischen Niederflurbusse, ausgestattet mit einer ausklappbaren Rampe, damit auch Rollstühle problemlos an Bord können. Im Innenraum ist großzügig Platz bemessen für Rollstühle oder Kinderwagen. Die Haltestellen und auch die Stationen der U- und S-Bahnen werden nach und nach barrierefrei ausgebaut.

Alles in allem ist der HVV auf ´nem guten Weg.

Das Bild zeigt einen HVV-Bus und drei Männer auf der ausgeklappten EinstiegsrampeDamit die vielfältigen Möglichkeiten von betroffenen Personen auch genutzt werden, bietet der HVV praktisches Training an. Dafür ist ein Bus im Einsatz, an dem Senioren, Rollstuhlfahrerinnen, Eltern mit Kinderwagen oder Begleitpersonen ganz praktisch den Einstieg und den Umgang mit der Rampe testen können. Unterstützung erhalten sie dabei von geschultem Personal des HVV und ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern.

Denn, der Trainings-Bus kommt indes nicht einfach so, sondern ein Verein oder eine Initiative vor Ort muss ihn buchen. Meistens wird der Einsatz dann mit Kaffee und selbst gebackenem Kuchen versüßt, und die Gastgeber nutzen die Gelegenheit, über ihre Arbeit zu informieren.

In Volksdorf im Einsatz

Das Bild zeigt einen Infostand des Behidnertenforums Walddöfer; zu sehen sind ein Partyzelt, Kuchen und zwei PersonenSo auch das „Behindertenforum Walddörfer“, das den Bus Ende August 2019 nach Volksdorf einlud. Das Forum ist schon lange in Sachen Barrierefreiheit aktiv und hat in der Vergangenheit u.a. für den Umbau des U-Bahnhofs „Volksdorf“ protestiert und sich aktiv für den barrierefreien  Ausbau des U-Bahnhofs „Meiendorfer Weg“ eingesetzt. Diese Aktivitäten sind von Erfolg gekrönt, andere Vorhaben bislang gescheitert, nicht an der Bereitschaft zur Veränderung, sondern häufig am Geld. Die Einkaufsstraße Volksdorfs, die Claus-Ferck-Straße, ist in Sachen Barrierefreiheit echtes Notstandsgebiet. Allerdings nicht, weil die ansässigen Gewerbetreibenden sich entsprechenden Umbauten grundsätzlich verschließen, sondern weil diese nicht bezahlbar sind. Zwar wäre der Bezirk Wandsbek bereit, entsprechende Umbauten vornehmen zu lassen, diese müssten aber von den Geschäftsleuten jeweils anteilig finanziert werden. Gerade kleine Inhaber geführte Unternehmen können sich das schlicht nicht leisten.

Fast alle Geschäfte in der Straße sind nur über mindestens eine, meistens mehrere Stufen zu erreichen. Um auch der rollenden Kundschaft den Einkauf zu ermöglichen, haben einige Gewerbetreibende eine Schiene angeschafft, über die z. B. Rollstühle in den Laden gelangen können. Diese wird auch untereinander ausgeliehen. Doch das ist eine Notlösung, der Verein kämpft auch weiterhin für echte Barrierefreiheit.

Auch Vorträge können gebucht werden

Wer nicht gleich den Bus mit personeller Begleitung chartern möchte, keinen entsprechenden Platz zur Verfügung hat, oder keinen Termin für einen solchen Einsatz bekommt, denn die Möglichkeiten seitens des HVV sind begrenzt, kann Fachkräfte des HVV für einen entsprechenden Vortrag einladen. Das funktioniert weitaus unkomplizierter als das große Gefährt zu beherbergen. „Dazu bedarf eigentlich nur eines Raumes mit einer weißen Wand“, erläutert HVV-Mobilitätsberater Michael Krieger. „Alles andere bringen wir mit.“

Das klingt sehr anspruchslos, allerdings freuen sich auch Herr Krieger und seine Kolleginnen und Kollegen bestimmt über Kaffee und Kuchen.

 

Text und Fotos: Birgit Gärtner