Das Bild zeigt einen Blick auf die Ausstellung; zu sehen sind ein Waschbrett, ein Kinderwagen, Plakate, eine Waage, eine historische Registrierkasse

Von Wandel und Widerstand

Das Bild zeigt einen Blick aus dem Fesnter des Museums in den Hof; zu sehen sind ein Trecker und T.R.U.D.E.Das Museum der Arbeit bietet einen interessanten Einblick in die historische Entwicklung der Arbeitswelt und erinnert an damit verbundene Arbeitskämpfe.

T.R.U.D.E. grüßt schon von weitem: Dabei handelt es sich um das Schneiderad der weltgrößten Tunnelbohrmaschine, die von 1997 bis 2000 beim Bau der vierten Röhre des Hamburger Elbtunnels im Einsatz war. Anschließend sollte die Maschine in China zum Einsatz kommen, da sie aber für die Gegebenheiten in Hamburg speziell ausgerichtet ist, war sie dort nicht einsatzfähig und kehrte an die Elbe zurück. Das imposante Metallkonstrukt in der Größe eines Elbtunnels samt Betonwand ziert seither den Außenbereich des Museums der Arbeit im Hamburger Stadtteil Barmbek.

Das Bild zeigt einen Blick auf die Ausstellung; zu sehen ist eine große Maschine sowie kleinere WerkbänkeModernes Konzept für historische Ausstellung

T.R.U.D.E. bietet einen faszinierenden Einblick in die zeitgenössische Arbeitswelt, die in weiten Teilen von Technik und den damit verbundenen Möglichkeiten geprägt ist. Im Museum selbst spielt die Rückbetrachtung auf Zeiten die Hauptrolle, in denen der Mensch die harte Arbeit selbst erledigen musste, die ihm heute vielfach Maschinen abnehmen, oder ausgeklügelte Technik zumindest sehr erleichtert. Auf zwei Etagen imponieren alte Das bild zeigt einen Blick in die Setzerei; zu sehen sind Schubladenschränke mit großen Arbeitsplattenschmiedeeiserne Werkbänke, längst aus der Mode gekommene typische Kontor-Arbeitsplätze und große Maschinen, die von Menschenhand bedient, viel Lärm und Staub fabrizierten. Beeindruckend ist vor allem die umfangreiche Ausstellung zum Thema „Buchdruck“; vor allem, dass die Maschinen tatsächlich noch genutzt werden.

Hamburg war und ist eine Hanse-, also Handelsstadt, entsprechend findet sich auch das gute alte Kontor in der Ausstellung wieder. Zudem typische Handwerks- und Frauenberufe, oder einfache Gebrauchsgegenstände, wie z. B. ein Kinderwagenmodell, das noch in den 1960ern gebräuchlich war.

Das Bild zeigt einen Blick in den Museumsladen und durch das Fenster auf den WochenmarktDie Idee, ein Museum zu gründen, das sich dem Wandel der Arbeitswelt, der Industriegeschichte aus Sicht der „kleinen Leute“ widmet, entstand in den 1970er Jahren. Wer sich heute die beachtliche Zahl der z. T. altertümlich wirkenden Maschinen anschaut, würde jedoch denken, das Museum existiere mindestens seit dem frühen 20. Jahrhundert. Was lag näher, als ein solches Museum in einem traditionellen Arbeiterstadtteil zu errichten, in einer ehemaligen Fabrik? 1980 gründete sich ein Museumsverein, der mit Ideen, Projekten, Ausstellungen und den „konzeptionell neuen demokratischen Impulse“ so überzeugte, dass er den Kulturpreis der “Kulturpolitischen Gesellschaft e.V.“ verliehen bekam. Seit 1987 beherbergt die ehemalige „New-York-Hamburger Gummi-Waaren-Companie“ das Museum der Arbeit, seit 1987 ist es ein staatliches Museum der Freien und Hansestadt Hamburg, seit dem 1. Januar 1990 ist es ein selbständiges Museum und seit 2008 ist es Teil der „Stiftung Historische Museen Hamburg“.

Mitmach-Angebot für alt und jung

Das Bild zeigt ein rotes Stofftuch mit der Aufsc hrift Proletarier aller Länder vereinigt Euch1997 wurde die Dauerausstellung eröffnet, die auch der Tatsache Rechnung trägt, dass die Industriegeschichte völlig anders verlaufen wäre, wenn die Werktätigen nicht seit je her für ihre Rechte gekämpft hätten und heute noch kämpfen. Transparente, Flyer und Utensilien wie Schutzhelme mit Gewerkschaftsemblem erinnern an Auseinandersetzungen um Lohn, Arbeitszeiten und –bedingungen.

Die dritte Etage ist wechselnden Ausstellungen vorbehalten. Das lädt die Besucherinnen und Besucher zum Wiederkommen ein. Sowie das verblüffend vielfältige Mitmach-Programm für Groß und Klein zu verschiedenen Themenbereichen. So können eigene handwerkliche oder künstlerische Fähigkeiten ausprobiert und z. B. in ein selbst produziertes Das Bild zeigt einen Blick in das Bistro Lüttliv; zu sehen sind hohe Fenster, Tische und Stühle„Kunstbuch“ umgesetzt werden.

Für das leibliche Wohl sorgt das Bistro-Café „Lüttliv“, das ohne Eintritt allen offen steht, oder dessen Mutterhaus in der „Zinnschmelze“, oder aber das Restaurant T.R.U.D.E. im Südflügel der „Alten Fabrik“.

Öffnungszeiten und Eintrittspreise entnehmen Sie bitte der Webseite des Museums.

Barrierefreiheit:

Das Museum ist eingeschränkt barrierefrei. Das Haus selbst ist barrierefrei, bis auf eine Vitrine, in der „Kämme aus Barmbek“ ausgestellt sind, die sich auf einem Treppenabsatz im Zwischengeschoss befindet, sind alle Bereiche des Museums sowie der Museumsladen und das „Lüttliv“ stufenlos. Ein Fahrstuhl sorgt dafür, dass alle Etagen erreicht werden können. Um in das Museum zu gelangen, müssen zwei Türen per Hand geöffnet werden. Falls dafür Unterstützung gebraucht wird, ist es ratsam, im Museum telefonisch oder per Mail einen Termin zu vereinbaren, damit die Mitarbeiterinnen die Das bild zeigt die Tür zur Toilette; zu sehen ist eine Tür mit emblemen für Toiletten, Behinderten-WC und WickelraumTüren öffnen können.

Der Eintritt für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren ist frei, ermäßigt beträgt er 6.- €. Das gilt für für Auszubildende, Erwerbslose, Schülerinnen und Berufsschüler ab 18 Jahren, Studentinnen und Studenten sowie Schwerbehinderte. Das entlastet keine Geldbeutel.

Unterstützung für Menschen mit Seh- oder Hörbeeinträchtigungen gibt es im Museum direkt nicht. Der Museumsdienst bietet für die Dauerausstellungen und Sonderausstellungen verschiedene Führungen in Deutscher Gebärdensprache sowie Führung mit Mikrolinksender an; wie auch ein Angebot für Demenzkranke.

Toiletten:

Auf mehreren Etagen des Museums befinden sich Toiletten, ein Behinderten-WC im Erdgeschoss gleich neben der Eingangstür. Das WC im EG steht auch den Gästen des „Lüttliv“ zur Verfügung, die nicht das Museum besuchen und deshalb keinen Eintritt zahlen.

Text und Fotos: Birgit Gärtner