Das Bild zeigt eine historische Kutsche

Gemütlicher geht nicht

Das bild zeigt die historische GrützmühleGanz schön was los in den alten Gemäuern: Das Museumsdorf Volksdorf mit seinen schönen historischen reetgedeckten Fachwerkgebäuden, der alten Grützmühle und Emmis  Krämerladen ist nicht nur hübsch anzusehen, sondern bietet reichlich Gelegenheit aktiv mitzumachen.

Sieben Wohn- und Wirtschaftsgebäude aus dem 17. – 19. Jahrhundert können besichtigt werden, drei von ihnen befinden sich an ihrem Originalstandort, die anderen wurden originalgetreu nachgebaut. Eigentümerin ist die „Stiftung Museumsdorf Volksdorf“, betrieben und erhalten wird es vom Verein „De Spieker“ – und zwar Das Bild zeigt ein Gerät, mit dem Bohnen geschnippelt werdenfast ausschließlich ehrenamtlich durch die Vereinsmitglieder.

Und die lassen sich ganz schön was einfallen, um Publikum anzulocken. Zum einen durch verschiedene über das Jahr verteile Festivitäten wie Bauernmarkt, Treckertreff, Tanz in den Mai,  Erntefest und dergleichen mehr. Zu verschiedenen Themen, z. B. Blumen und Pflanzen, finden Märkte statt, im Rahmen derer verschiedene Händler ihre Waren anbieten, darüber hinaus Speis und Trank sowie Kaffee und Kuchen im Wagnerhof. Garniert wird die Kaffeetafel mit einer Ausstellung historischer und zeitgenössischer Haushaltsgegenstände.

Einfach mal spinnen un snacken

Wer es nicht bei einem Besuch bei einer der Festivitäten belassen möchte, der kann  z. B. spinnen, und zwar ganz traditionell am Spinnrad, drechseln oder sich als Seiler Das Bild zeigt ein Verkaufsregal im Krämerladen; zu sehen sind Schüsseln und Auflaufformen aus Emaille sowie Holzbretterversuchen. Oder eintauchen in das Dorfleben um 1900 und ganz hautnah bei der Zubereitung einer Mahlzeit am offenen Herdfeuer und dem anschließenden gemeinsamen Essen erfahren, wie hart das Leben damals für die Menschen war. Interessierte können aus Sahne Butter herstellen oder selbst Getreide oder Buchweizen mahlen.

Wer weniger praktisch veranlagt ist, kann einen Sprachkurs buchen. Nein, nicht englisch, spanisch oder japanisch, sondern plattdüütsch: „In’t Museumsdörp schall nämlich platt snackt warrn. Jüst so, as in ole Tieden. In de Vereinssatzung steiht ´Die Pflege der niederdeutschen Sprache ist wichtig.` Nu kann en Spraak blots plegt warrn, wenn se ok snackt ward.“ Und da kommen Sie ins Spiel, unabhängig davon, ob plattdüütsche Sprachkenntnisse vorhanden sind oder nicht. Alle sind eingeladen „to’n Snacken, Vertellen, Vörlesen, Tohören, Singen un Högen an un mit disse schöne plattdüütsche Spraak.“

Gemütlich Kaffee schlürfen

Das Bild zeigt Emmis Krämerladen; zu sehen ist ein Backsteingebäude mit blauer Tür und blauen FensterlädenWer alle, die einfach mal reinschnuppern möchten, ist Emmis Krämerladen die erste Stuuv am Platze. Wo sonst in Volksdorf gibt es Linde’s Kornkaffee, einen Brummkreisel, Kochlöffel, Reisigbesen, Emaillegeschirr, hochwertige Bio-Öle und Hamburger Speck in einem Ladengeschäft? Allein das Sortiment ist sehenswert und die Krämerlüüd, Männer in weißem Hemd und blauer Schürze, die Frauen in langen Röcken und gestärkten weißen Schürzen, allemal einen Besuch wert. Das Beste daran: Gleich neben dem Laden ist die Kaffeestuuv eingerichtet, dort gibt es frisch aufgebrühten Kaffee und leckeren selbstgebackenen Kuchen. Das kann drinnen und bei schönem Wetter draußen verzehrt werden. Auf der Terrasse schaut auch der Hahn ab und zu vorbei und hält den Gästen ein kleines Ständchen. Was bitte könnte gemütlicher sein?

Barrierefreiheit:

Das Bild zeigt das KopfsteinpflasterMit der Barrierefreiheit des Museum verhält es sich wie mit den Antworten von Radio Eriwan: Im Prinzip ja, aber … Leider gibt es ganz schön viele Abers. Die gute Nachricht zuerst: Das Außengelände ist komplett stufenlos, das Gebäude, in dem z. B. die Kaffeetafel bei den Festivitäten aufgebaut ist, ebenfalls, wie auch die Terrasse vor Emmis Krämerladen. Einige Gebäude sind nur mittels Stufen erreichbar, Gänge z. T. zu eng für einen Rollstuhl. Der Weg über das Museumsgelände ist nicht eingeebnet und besteht z. T. aus grobem Kopfsteinpflaster. Um diese Herausforderung zu bestehen ist für Menschen auf Rädern ratsam, das Museum in Begleitung zu besuchen.

Text und Fotos: Birgit Gärtner