Das Bild zeigt Schautafeln

Ein heimeliger Ort für Kaffeetanten und Teeonkel

Das Bild zeigt Kaffeebohnen in der RöstmaschineMal ehrlich: Wenn wir bei einer gemütlichen Tasse Kaffee sitzen, wer von uns denkt darüber nach, wie viel harte Arbeit darin steckt? Angefangen beim Anbau über den Transport, verbunden mit mehrfachem Be- und Entladen von LKW und Schiffen, Wiegen der schweren Säcke, der Röstung und der Verschickung der gebrauchsfertigen Bohne zum Bestimmungsort, was wieder schleppen von schweren Säcken bedeutet.

Die Kaffeebohne soll um 850 in Äthiopien entdeckt worden sein, und zwar von Ziegen. Der Das Bild zeigt einen großen geflochtetenen KorbErzählung nach fiel seinerzeit Mönchen in einem Kloster auf, dass die Tiere erstaunlich lebendig waren. Sie beobachteten, dass diese gern von einem Beerenstrauch naschten. Was den Ziegen schmeckte, konnte für die Mönche ja nicht schlecht sein. Also steckten sie sich erwartungsvoll die Beeren in den Mund, um dann eine große Enttäuschung zu erleben, weil diese so bitter waren, dass sie sie ausspuckten und in Feuer warfen. Und siehe da, plötzlich breitete sich ein köstlicher Duft aus. So wurde die Röstbohne entdeckt, die sich nicht nur die äthiopischen Mönche schmecken ließen, sondern die mittlerweile auf der ganzen Welt verbreitet ist.

Im 16. Jahrhundert gelangte der Kaffee über Arabien und Mekka nach Kairo und Konstantinopel (heute Istanbul) und erst 1615 wurden die ersten Kaffeesäcke nach Europa gebracht.

Kaffeebeeren schmecken scheinbar nicht nur Ziegen, sondern auch in Südostasien beheimatete Wildkatzenarten. Diese verdauen jedoch nur das Fruchtfleisch, die Schalen werden wieder ausgeschieden. Dabei lösen die feuchte Umgebung im Darm und bestimmte Enzyme während des Verdauungsprozesses eine Nassfermentierung aus, die den Geschmack des Kaffees verändert; Das Bild zeigt eine historische Röstmaschinewährend dieses Prozesses werden Bitterstoffe im Kaffee gespalten und die Bohnen enthalten nach dem Rösten weniger Säure und haben einen milder, jedoch vollmundigen Geschmack. Dieser Kaffee heißt „Kopi Luwak“, gilt als absolute Spezialität und ist mit einem Verkaufspreis von rund 60 € pro 100g der teuerste Kaffee der Welt. Produziert u.a. von Wildkatzen in Äthiopien.

Wer es etwas weniger abgefahren mag, der sollte sich im „Speicherstadtmuseum“ in die Welt des Kaffees entführen und über heimische Röstverfahren informieren lassen und vor allem sich im Museumscafé eine gute Tasse Kaffee schmecken lassen.

Auf kompaktem Raum bietet das „Speicherstadtmuseum“ einen interessanten Einblick in die faszinierende Welt des Kaffees.  Anhand von Schautafeln erfahren die Besucherinnen und Besucher alles über die Lagerung und Das Bild zeigt einen Arbeitsplatz, an dem die Qualität der Bohnen geprüft wirdVerarbeitung der begehrten Bohne, den harten Arbeitsbedingungen der Hafenarbeiter, Anbau und Röstverfahren, die Geschichte des Hamburger Hafens, die die Geschichte des Handels und somit auch des Kaffees ist,

Das Museum ist attraktiv für die ganze Familie, da nicht nur geguckt, sondern auch angefasst, gerochen und probiert werden darf. Beispielsweise die verschiedenen Teesorten, die ebenfalls im Museum ihren Platz gefunden haben. Selbstverständlich inklusive entsprechender Informationen zu Anbau und Handel.

Das Museum ist in einem der originären Speicher untergebracht. Das Ambiente und der herrliche Duft des Kaffees sorgen für Authentizität und Gemütlichkeit, der direkte Kontakt zu den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine familiäre Atmosphäre. Ein heimeliger Ort, den jede Hamburgerin und jeder Hamburger besucht haben sollte.

Barrierefreiheit:

Das Bild zeigt ienen Blick in die AusstellungLeider sind dem Grenzen gesetzt, denn das Museum ist nur über Stufen zu erreichen. Der Podest vor der Eingangstür lässt zudem wenig Raum zum rangieren. Die gute Nachricht aber ist: Das Museum zieht um in ein benachbartes Gebäude, das aktuell aufwändig restauriert barrierefrei ausgebaut wird.

Toiletten:

Das Museum verfügt über Gäste-Toiletten, jedoch nicht über ein Behinderten-WC.

Text und Foto:

Birgit Gärtner